Fermentation
Der Vorgang der
den inneren Entwicklungsprozess des Tabaks vollendet - der ihn vom Rohstoff zum
Genußmittel macht - ist die Fermentation.
Naturfermentation
Hierbei handelt es sich
wohl um die arbeitsaufwendigste und längste Fermentationsart. Tabak ist
Natur und Natur braucht Zeit sich zu entfalten.
Die Tabake werden vom Pflanzer angeliefert und mit einer Feuchtigkeit von ca. 25
% eingelagert. Der Tabak wird als Losblatt auf Stöcke oder Stapel
sorgfältig geschichtet.
Die Blätter, die da dicht an dicht liegen, sind natürliche organische
Produkte in denen es arbeitet. In dieser Enge des Stapels entwickelt sich eine
feuchte Wärme, die immer mehr steigt, bis sie ca. 50 - 60 Grad erreicht.
Diese Wärme wirkt sich natürlich auf das Innenleben des
Fermentationsstocks aus. Biochemische Prozesse werden angefacht, die in den
Tabakblättern noch immer im Gange waren, jetzt aber die idealen Bedingungen
zur vollen Entfaltung bringen. Enzyme, komplizierte natürliche Substanzen,
die solche Vorgänge noch fördern, wirken dabei kräftig mit. Die
dadurch entstehenden Reaktionen bauen unerwünschte Eiweißstoffe,
Restzucker, Spritzmittelrückstände, Nikotin und Kondensatstoffe in
erheblichem Maße ab. Währenddessen bilden sich auch die angenehmen
charakteristischen Aromastoffe, die für die betreffenden Tabaksorten typisch
sind. Weiter nehmen die Blätter, je nach Sorte, die gewünschte mittel-
bis dunkelbraune Farbe an.
Wenn die Temperatur im Stapel am Stillstand angelangt ist, oder je nach
Ernteanteil und Sorte 50 bis 60 Grad erreicht hat, wird der Tabakstock
umgestapelt. Beim Umstapeln wird darauf geachtet, daß die inneren warmen
Blätter nach außen und die äußeren Blätter nach innen
in den Kern des Stapels gelangen. Die Tabakblätter werden bei dem Vorgang
des Umstapelns tüchtig durchgeschüttelt und somit mit Sauerstoff
angereichert, was für eine neue Wärmebildung (Gärung) im Stapel
unbedingt erforderlich ist.
Kammerfermentation
Bei dieser Fermentationsart wird unter kontrollierten Klimabedingungen sowie
künstlicher Erwärmung und Befeuchtung in Vakuumkammern gearbeitet.
Trotzdem kann man die Kammerfermentation nicht mit der Naturfermentation
gleichsetzen. Die Reifung des Aromas im Tabak und der Abbau der
unerwünschten alkalischen Schadstoffe ist nicht so gewährleistet wie
bei der Naturfermentation. Es ist lediglich eine einheitlichere Färbung
festzustellen. Die reine Kammerfermentation wird hauptsächlich für
Tabake angewandt, die von sich aus nur wenig Fermentaktivitäten mitbringen
und in der Fermentationskammer den notwendigen Fermentationsschub
erhalten.
Redrying wird mitunter auch als Maschinenfermentation bezeichnet und dient der Egalisierung, Konditionierung, Farbfixierung und Sterilisierung von getrockneten Tabaken, also nicht der Fermentation. Der Redrying-Prozess ist ein kombiniertes Mehrkammerverfahren. Der Tabak passiert eine Trocknungs-, Ausgleichs-, Kühl- und Wiederbefeuchtungszone.