Veranstaltungskalender 2009

Presse-Information des SWR-Fernsehen

Reise ins Tabakland – unterwegs in der Südpfalz
„Fahr mal hin“ am 10. November 2009, 22 Uhr im SWR Fernsehen
Tabakblätter vom Stängel brechen: ein Handgriff, den in der Südpfalz einmal fast jeder „konnte“. Thomas und Anna Maria Winstel bewirtschaften den letzten Vollerwerbstabakbe­trieb in Hayna noch immer nach alter Tradition. Per Hand ernten, einlesen, hängen – der Tabak hat so manchem Örtchen in der fruchtbaren Südpfalz den Wohlstand gebracht, seit er einst als Heilpflanze in die Pfalz kam, nach Hatzenbühl. Das SWR Fernsehen widmet jetzt der Region einen Film in der Reihe „Fahr mal hin“. Unter dem Titel „Reise ins Tabak­land – unterwegs in der Südpfalz“ wird die Sendung am 10. November 2009, ab 22 Uhr ausgestrahlt.

Auch das weithin gerühmte Sterne-Domizil „Krone“ in Hayna ist „auf Tabak gebaut“. Der erste „Gastwirt“ der Familie, Georg Martin Kuntz, war größter Tabakbauer des Ortes und betrieb die Gastwirt­schaft noch „nebenbei“. Beeindruckende Zeugen dieser 150 Jahre währenden Tradition des Tabakanbaus sind noch immer die Luft durchwehten hölzernen Tabakschuppen.
Doch in neuerer Zeit stehen die Zeichen für Tabak auf Sturm. Es weht ein anderer Wind. Er bringt neue Perspektiven und fordert neue Ideen in der Region. In Herxheim-Hayna, Hatzenbühl, Kandel - überall wird Veränderung sichtbar. Mancher Tabakpflan­zer sät nun kleinere Pflänzchen: Petersilie ist im Trend. Tabakhändler und -fermentierer Metz aus Hayna setzt auf eine neue Petersilientrocknungsanlage, für Trockenkräuter.
Die Tabakschuppen längs des „Tabaktour-Radweges“ sollen erhalten bleiben, bieten Spielraum für Architekten. Der Blick in die gestaffelten Innenhöfe der typischen Straßendörfer offenbart neue, ungewöhnliche Wohnideen: umgebaute Scheunen in der „2. Reihe“, luftige Häuser in „Tabakschuppenoptik“, wie das der Dudenhöffers in Hayna.
Neues auch hier: Das Museum Herxheim, das viel Sehenswer­tes zur Geschichte des Tabakanbaus zusammengetragen hat, glänzt mit einem zweiten Standbein. Die spektakulären und noch immer geheimnisumwobenen Steinzeitfunde füllen einen großen Teil des spannend neu gestalteten Museums.
„Mol gucke, mol horsche“: An die „Herxhemer Unnerwäsch“, die Zeit als Tabak „zweite Währung“ und begehrtes Schmuggelgut war, wird heute in einer Stadtführung „uff Pälzisch“ mit Spielszenen erinnert, Regie führt Ben Hergl vom Chawwerusch-Theater.
Im  kürzlich eröffneten „Sozialhistorischen Zigarrenfabrikmuseum der Pfalz“ in Rödersheim-Gro­nau kann man ab und an noch erleben, wie der anstrengende Alltag der Zigarrenwicklerinnen aussah. Und auf dem Sommernachtsfest in Hatzenbühl zählt der „Einlese-Wettbewerb“ zu den jährlichen Bühnenattraktionen. Eine Reise durch die Südpfalz, dem Tabak auf der Spur ... am 10. November im SWR Fernsehen.