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Aus dem Bienwald-Kurier/Ausgabe 31/2009

Mit ihrer Entscheidung, vom Tabakanbau auf Petersilie umzusteigen, lagen die Südpfälzer Landwirte wohl richtig. "Innerhalb eines Jahres konnten wir die Anbaufläche dank der neu gegründeten Erzeugergemeinschaft Pfalzkräuter bereits von 40 auf 100 ha steigern", führte Kurt Metz der Geschäftsführer der Jakob Metz KG, am Freitag bei einer Betriebsbesichtigung durch die Haynaer Kräutertrocknungsanlage aus. Nachdem der rheinlandpfälzische Landwirtwirtschafts-staatssekretär Siegfried Englert, der im Mai letzten Jahres den Startschuss für das mit Mitteln der Agrarförderung des Landes unterstützte neue Unter-nehmen gegeben hatte, die Anlage im Betrieb unter die Lupe nehmen wollte, hatte die Firma zur Betriebsbesichtigung eingeladen. Wegen der derzeitigen politischen Turbulenzen um die Nürburgringfinanzierung musste Englert seinen Besuch ebenso kurzfristig absagen wie der Landtagsabgeordnete und designierte neue Staatssekretär Alexander Schweizer. Von Seiten des Landes war Peter Hardt, Referent im Wirtschafts- und Landwirt-schaftsministerium gekommen, der sich von dem schnellen Wachstum des Betriebes beeindruckt zeigte. "Wir werden die Beratung der Landwirte bei der Umstellung des Anbaus weiter unterstützen und uns auch finanziell weiter beteiligen, wenn weitere Investitionen, wie etwa für eine weitere Beregnung der Felder, anstehen". Derzeit wird zusätzlich noch Spinat und Dill getrocknet, um die Laufzeit der Maschinen zu verlängern. Damit die dabei entstehenden Geräusche noch weniger nach außen dringen, hat die Firma Metz nochmals 45.000 Euro in den Schallschutz investiert und bei der Durchführung der Arbeiten gleich noch eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 32 400 Watt aufs Dach gesetzt, die die Hälfte des Energiebedarfs des Betriebs erzeugt. Was auch Landrätin Theresia Riedmaier erfreut zur Kenntnis nahm. "Die Landwirtschaft öffnet sich für neue Einnahmequellen" begrüßte sie den voranschreitenden Einstieg in erneuerbare Energie und den Mut auf neue Produkte zu setzen. Von einem wichtigen Pilotprojekt sprach auch Herxheims Bürgermeister Franz-Ludwig Trauth, der nicht nur Arbeitsplätze vor Ort sondern ebenso bei den Landwirten in den Landkreisen SÜW und GER sichere.

Beispielhafte Investition in Kräutertrocknung

Mainz - Das Land Rheinland-Pfalz hat die in Herxheim-Hayna eingeweihte Kräutertrocknungsanlage mit Mitteln der Agrarförderung finanziell unterstützt. 

Mit der beispielhaften Investition in die Kräutertrocknungsanlage erschließt sich die Firma Jakob Metz KG ein neues Geschäftsfeld“, unterstrich der rheinland-pfälzische Landwirtschaftsstaatssekretär Siegfried Englert bei der offiziellen Einweihung in Herxheim-Hayna (LK Südliche Weinstraße). Hintergrund ist der Einstieg von Tabakpflanzern in der Südpfalz in den Anbau von Gewürzkräutern.

Die Jakob Metz KG eröffne den Landwirten in der Region eine neue und zukunftsträchtige Produktionsmöglichkeit. Das Unternehmen habe neue Marktchancen erkannt. Er wünschte der Jakob Metz KG, dass sie „auf dieser Fahrt zu neuen Ufern möglichst viele Landwirte aus der Region mitnehmen“ werde.

In der „Erzeugergemeinschaft Pfalzkräuter“ haben sich bisher 17 Landwirte, darunter 14 Tabakpflanzer zusammengeschlossen, um in Zusammenarbeit mit dem Tabakverarbeiter Jakob Metz KG aus Herxheim-Hayna in die Erzeugung von Trockenkräutern, speziell von Petersilie, einzusteigen. Das Unternehmen Jakob Metz KG will im Jahr 2008 zunächst Kräuter von 50 Hektar Anbaufläche verarbeiten. In den Folgejahren solle der Anbau dann auf 250 Hektar ausgedehnt werden.

Der EU-rechtlich vorgesehene Wegfall der gekoppelten EU-Tabakprämie werde ab 2010 zu empfindlichen Einkommenseinbußen für die Tabakpflanzern führen. Staatssekretär Englert kritisierte Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer für dessen Ablehnung einer Verlängerung der Tabakbeihilfe. „Das Land Rheinland-Pfalz hat sich stets für eine Verlängerung der Beihilfe stark gemacht.“

Die Mitarbeiter in der staatlichen Beratung am Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz in Neustadt hätten die Gründung der Erzeugergemeinschaft mit ihrem Sachverstand begleitet und die Landwirte beim Anbau neuer Produkte beraten. „Die Landesregierung wird die betroffenen Betriebe auch weiterhin gezielt unterstützen, damit sie sich auf die neue Situation einstellen können“, versprach Englert.
 

„Das Informationszentrum für die Landwirtschaft“ (www.proplanta.de)

 

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